Fünf Seen Filmfestival: Die Ukraine zu Gast

5 Seen

 

Das 14. Fünf Seen Filmfestival findet live statt – als eines der wenigen in diesem Jahr in ganz Deutschland. Es gehört zu den interessantesten deutschen Arthaus-Filmfestivals und geht vom 26. August bis zum 9. September. „Da davon auszugehen ist, dass das Leben in diesem Sommer vor allem doch draußen stattfindet, planen wir zwei Open-Air-Spielstätten, am Starnberger See und am Wörthsee. Dazu werden wir mit einem Cinemamobile – einem Lastwagen mit Kinoleinwand – an verschiedenen Orten des Fünfseenlandes Open-Air-Filme aus dem Festivalprogramm zeigen“, erläutert Festivalleiter Matthias Helwig.

 

Gastland des diesjährigen Fünf Seen Filmfestivals ist die Ukraine, sodass die Festivalgäste die neuesten Filme aus der Ukraine sehen und sich mit den ukrainischen Regisseuren und Schauspielern austauschen können.

Auf dem Wettbewerbsprogramm des Festivals steht ein neuer Film, „The Forgotten“, der ukrainisch-deutschen Regisseurin Daria Onyshchenko, die in München lebt. Der Film erzählt die bewegende Geschichte der jungen Lehrerin Nina, die in der von Separatisten besetzten Stadt Luhansk in der Ostukraine lebt. Nina hat plötzlich eine Affäre mit einem ihrer Schüler, dem 17-jährigen Jungen Andrey, der sich seit mehreren Jahren in den Katakomben der Stadt versteckt und sich mit ukrainischen Freiheitskämpfern zusammengetan hat. 

Der Film widmet sich ukrainischen Binnenflüchtlingen aus den besetzten Gebieten in der Ostukraine und problematisiert auch die Diskriminierung der ukrainischen Sprache in den besetzten Gebieten und der Menschen, die für ihre freiheitlichen Werte einstehen. Mit seiner realistischen Erzählung steht der Film für die neue Welle des ukrainischen Kinos.

Daria Onyshchenko sagt: „Es war äußerst wichtig für mich, eine Geschichte zu erzählen, die die wahren Ereignisse in der Konfliktzone widerspiegelt und der europäischen Öffentlichkeit vor Augen führt, was in meiner Heimat wirklich passiert. Ich zeige in diesem Film einen raffinierten Hybridkrieg, aber es ist nur eine Kulisse für meine Charaktere. ‚The Forgotten‘ ist ein Film über gewöhnliche Menschen, deren Schicksal sich dem Betrachter leicht erschließt. Ich idealisiere die Situation in der Ukraine nicht. Unser Staat tut zu wenig, um die Binnenflüchtlinge zu unterstützen und ihnen zu helfen, sich an ein neues Leben zu gewöhnen. Diese Menschen haben alles, was sie hatten, verlassen und fühlen sich nun komplett nutzlos.  Dieses Gefühl hat auch die pro-ukrainische Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Wir haben kein Recht, diese Menschen zu vergessen, daher der Name meines Films: ‚Die Vergessenen‘. Der Film hatte bereits im Oktober 2019 Premiere, bei den Internationalen Filmfestspielen in Warschau, wo er sogar einen Sonderpreis der Jury erhielt. Danach wurde der Film beim Solothurn Filmfestival in der Schweiz aufgeführt. Die europäische Öffentlichkeit nimmt den Film mit Interesse auf und die Menschen sind dankbar, dass sie mehr über die Ereignisse in der Ukraine erfahren können. Leider sind mit dem Ausbruch der Pandemie alle militärischen Konflikte in unserer Welt in den Hintergrund getreten. Aber Kriege enden nicht, weil die Presse aufhört, über sie zu berichten. “

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Daria Onyshchenko wurde 1983 in Kiew geboren. 2005 zog sie nach München, wo sie die Münchner Hochschule für Film und Fernsehen absolviert hat.  Daria hat in den letzten Jahren im Bereich der Koproduktion gearbeitet. „The Forgotten“ ist ihr zweiter Spielfilm nach dem Debütfilm „Eastalgia“ (2013, Ukraine, Serbien, Deutschland). Dieser Film erhielt den Hamburger Filmstudio-Preis und wurde für den deutschen Preis für junge Filmemacher nominiert. Zuvor erhielt Darias Kurzfilm „Dogs of Ukrainka“ den Münchener Starter-Filmpreis.

In dem Film „The Forgotten“ arbeitet Daria zum zweiten Mal mit dem berühmten ukrainischen Schauspieler Alexey Gorbunov zusammen. „Alexey spielt eine kleine episodische Rolle, einen Rentner, der in Luhansk illegal von der Polizei festgenommen und in eine Untersuchungshaft gesteckt wird. Gorbunovs Monolog im Film ist der Schrei der Seele vieler Rentner, vieler Menschen, die sich machtlos fühlen und sich Sorgen über die Zukunft ihrer Kinder machen. Ich bewundere das Talent von Alexey Gorbunov. Er fühlt subtil jede Rolle, arbeitet frei mit dem Text und versteht intuitiv jede Nuance in der Szene. Er spielt jetzt viel in Frankreich. Es ist sehr erfreulich, dass er sich dennoch weiter mit dem ukrainischen Kino befasst und junge Regisseure unterstützt, indem er an Low-Budget-Projekten teilnimmt“, betont Daria Onyshchenko.

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Auf dem Fünf Seen Film Festival im September werden Daria Onyshchenko und einige Schauspieler ihren Film vorstellen.  Das Festival ist die perfekte Gelegenheit, gutes Open-Air-Kino zu genießen. Alle Hygiene- und Abstandsregeln werden eingehalten. Eine gemütliche Atmosphäre und gute Begegnungen und Gespräche mit den Autoren, Schauspielern und Regisseuren sind garantiert! 

 

Weitere Infos:

www.fsff.de

Facebook und Instagram: fünf seen filmfestival

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