Milch – Nährstoffquelle oder Gesundheitsrisiko?

Milch

 

Die Frage nach der Schädlichkeit oder Nützlichkeit von Milch ist die häufigste Frage, die mir in Zusammenhang mit einer gesunden Ernährung gestellt wird. Und das wundert mich nicht!

Aktuell ist es ein heiß diskutiertes Thema. Viele Studien belegen einen positiven Effekt von Milch auf die menschliche Gesundheit, andere zahlreiche Studien sind sicher, dass Milch negative Auswirkungen hat. Weiterhin gibt es eine Reihe an Forschungen, die beweisen sollen, dass Milch auf den menschlichen Körper überhaupt keine Wirkung hat. Was stimmt nun? Es gibt keine klaren Aussagen und somit ist es sehr schwierig, aus diesen widersprüchlichen Daten einfache Empfehlungen abzuleiten, die für jeden geeignet sind.

Milchprodukte

Ich habe aber einige interessante Fakten über Kuhmilch gesammelt, die in dieser schwierigen Frage zumindest etwas Licht ins Dunkel bringen:

  • Milch war nicht immer so beliebt wie heute. Die Menschen haben vor etwa 10.000 Jahren damit begonnen, Milch zu trinken, aber erst in den vergangenen 100 Jahren hat sich Milch zu einem Produkt der Massenproduktion und des Massenkonsums entwickelt, was größtenteils Marketingkampagnen der Milchindustrie nach sich gezogen haben.

 

  • Für in Europa lebende Menschen kann es ungewöhnlich erscheinen, aber in vielen Ländern wird Milch so gut wie gar nicht konsumiert. Etwa 70 % der Erwachsenen unseres Planeten haben Laktoseintoleranz. In Europa sind es je nach Land zwischen 2 und 20 % der Bevölkerung, in den meisten afrikanischen Ländern vertragen 65 und in Ostasien sogar 90 % der Bevölkerung keine Milch.

 

  • In der Regel wird im menschlichen Körper ab dem dritten Geburtsjahr die Produktion von Laktase – ein Enzym, das Laktose abbaut – allmählich eingestellt. Der Milchkonsum weit über das Säuglingsalter hinaus ist das Ergebnis der letzten 10.000 Jahre, in denen der menschliche Körper sich schrittweise an seine Fähigkeit, Laktase zu produzieren, angepasst hat.

 

  • Es stellt sich somit heraus, dass Laktoseintoleranz völlig normal ist und vielmehr eine Laktose-Toleranz als Ausnahme betrachtet werden sollte.

 

  • Milch ist zwar eine Quelle vieler essentieller Nährstoffe und Vitamine, stellt aber für uns keine notwendige Nahrung da. Wir können alle in Milch enthaltenen Substanzen aus vielen anderen Lebensmitteln beziehen.

 

  • Kuhmilch ist nicht nur reich an verschiedenen Nährstoffen, sondern auch an Wachstumshormonen. Mit Hilfe von Milch soll ein kleines Kalb sein Gewicht innerhalb von sechs Monaten um fast das Fünffache erhöhen. Ein Kind verdoppelt höchstens sein Gewicht in dieser Zeit.

 

  • Milch ist naturgemäß ein Übergangsnahrungsmittel, das bis zu dem Zeitpunkt erforderlich ist, an dem das Neugeborene feste Lebensmittel selbst mechanisch verarbeiten kann.

 

  • Viele wissenschaftliche Studien geben Hinweise darauf, dass Milch die Festigkeit und Stabilität der Knochen nicht positiv beeinflusst, sondern im Gegenteil ihre Brüchigkeit erhöhen kann.

 

  • Untersuchungen von Wissenschaftlern, einschließlich der Harvard University, zeigen auch, dass Männer, die eine große Menge Milch konsumieren, ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben. Milch wird auch verdächtigt, Krebsarten wie Hodenkrebs, Brust- und Eierstockkrebs auszulösen. In Ländern, in denen Milchprodukte selten konsumiert werden, sind Fälle dieser Krebsarten viel seltener.

 

  • Wissenschaftler vermuten auch einen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und dem Auftreten vieler anderer Krankheiten wie Akne, Diabetes mellitus, Arteriosklerose und Multipler Sklerose. Bisher wurde dies jedoch noch nicht vollständig untersucht.

 

  • Es gibt auch viele wissenschaftliche Untersuchungen zugunsten von Milch – sie soll z.B. das Risiko für Darmkrebs senken. Hier haben jedoch viele Experten den Verdacht, dass die Milchindustrie einen möglichen Einfluss auf die Forschungsergebnisse haben könnte.

 

Fazit:

Kuhmilch ist ohne Zweifel für die Kälber gut. Ob es für einen Menschen gut ist, hängt in erster Linie von der Qualität der Milch, der Menge der konsumierten Milchprodukte und dem Gesundheitszustand des Körpers ab. Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen betreffen den täglichen Verzehr großer Milchmengen (mehr als 1 Liter).  

Ich persönlich kann Milch weder als gesundes Lebensmittelprodukt betrachten noch empfehlen. Das gilt sowohl für Frischmilch von „glücklichen“ Kühen eines Bauern als auch für Milch aus dem Supermarkt. Wenn aber ein Mensch gesund ist, Milch gut verträgt und sie in Maßen und im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung konsumiert, wird der Verzehr von Milchprodukten für die Gesundheit keine große Gefahr darstellen.

 

Ein leckeres Mandelmilch-Rezept, das in unserer Familie sehr gerne auch Kinder trinken:

50 g Mandeln

0,5 Liter Wasser

5-8 entsteinte Datteln (Datteln aus dem Supermarkt sind oft mit Glucose-Sirup überzogen, dunkelbraun und glänzen. Naturbelassene Datteln sind heller und matt.)

Zubereitung:

Weichen Sie die Mandeln in Wasser über Nacht ein, ziehen Sie am nächsten Tag die braune Haut ab. Mahlen Sie die Mandeln und die Datteln in einem leistungsstarken Mixer. Fügen Sie dann das Wasser hinzu und pürieren Sie die Mischung ca. 2-3 Minuten, bis sich eine milchige schaumige Flüssigkeit bildet. Geben Sie die zubereitete Milch durch den Sieb oder einen speziellen Nussmilchbeutel (bestellbar im Internet).

Um es etwas einfacher zu machen, können Sie statt Mandeln auch 1-3 Esslöffel Bio-Mandelmus nehmen.

Die Milch können Sie mit Früchten zu einem Fruchtshake mixen oder etwas Vanille, Zimt, Kakao oder andere Gewürze dazuzugeben.

Guten Appetit!

Anna Kuchenreuther

Ganzheitliche Ernährungsberaterin

Anna

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